bismarck.oehm.net
Ein Baubericht über die Amati-Bismarck

Der Rumpf

Ausgabe 16

Die Vollendung der Erstbeplankung und das „Große Schleifen“

016016_070.jpg
Bild 70

Mit der Ausgabe 16 ist die Erstbeplankung nun abgeschlossen. Lediglich die Zitadellenpanzerung fehlt noch. Aber der Rumpf ist soweit fertig, dass nun das „Große Schleifen“ beginnen konnte.
Nachdem man die Ausgabe 15 geschafft hat, hat man ja schon ein bisschen Übung, was das „Verbiegen“ der Planken angeht. Auch diesmal muss man mit viel Vertrauen in die Sache gehen – aber es ist zu Schaffen.

Knuffig ist der lapidare Satz in der Anleitung:
„Nach getaner Arbeit sollten Sie den gesamten Rumpf mit feinem Sandpapier abschmirgeln, um mögliche raue Stellen zu glätten“

Klingt so nach 3 Minuten Schmirgeln –
und das war es dann ...

Defakto ist es eine sehr aufwändige und für das weitere Gelingen des Modells eine enorm wichtige Angelegenheit. Hier sollte man sich unbedingt Zeit nehmen und in einem Raum arbeiten, der Schleifstaub verträgt.


Das Schließen des Bug-Rumpfes

016016_071.jpg
Bild 71
Ein letzter Blick in den offenen Bug.
Die weiße Masse ist Ponal.

Für das Schließen des Bugs sind die Planken wieder sehr stark in mehreren Dimensionen zu biegen. In Ausgabe 15 hatte ich schon meine Vorgehensweise diesbezüglich geschildert.

Auch diese Planken mussten wieder mittig „gefugt“ werden, um sich der Rundung schön anzupassen.
Ansonsten stellte die Bugpartie aber keine besonderen Herausforderungen dar. Da hatten wir schon Schlimmeres.
Bild 72 zeigt den nun geschlossenen Bug

016016_072.jpg
Bild 72


Das Schließen des Hecks

Zum Beplanken des Hecks habe ich die Wellenhose (Teil D) eingesetzt und mich beim Zuschneiden der Leisten genau daran orientiert.

Natürlich wurde die Wellenhose vorher so genau wie möglich ausgerichtet. Sie sitzt bei mir schön stramm, so dass sie für diese Tätigkeit nicht fixiert werden musste.

016016_073.jpg
Bild 73

Da nur die ersten 2 Planken dieses Bauabschnittes in ihrer ganzen Länge gesetzt werden und die restlichen dann als kleine Stücke (eben bis zur Wellenhose) bedurfte es weiterer Maßnahmen, um diese Leisten schön exakt an die Spanten zu bringen.

Ich habe die Leisten vorgebogen. Das erfordert ein bisschen Kraft und man muss sehr vorsichtig sein, damit sie nicht brechen.

Bild 74 zeigt eine so geborgene Leiste, bevor sie eingesetzt wird.

016016_074.jpg
Bild 74

Auf diese Art wurden alle Leisten an ihre Position gebracht. Da ich die Wellenhose während des Einbaus als Begrenzung genutzt hatte, war ein Abtrennen von Überlängen und ein Positionieren der Wellenhose nicht erforderlich. Sie passt schön stramm.

016016_075.jpg
Bild 75


Das Beplanken der Bodenplatte

016016_076.jpg
Bild 76

Die fertig beplankte Bodenplatte.

Abschließend wurde noch die Bodenplatte beplankt. Wie schon in Ausgabe 15 war es auch diesmal eher Entspannung. Einige Leiste müssen gebogen, andere schräg geschnitten werden. Alles in Allem eine eher lockere Arbeit. Und damit endet nun auch die Erstbeplankung nach genau zwei Monaten. (21.10. bis 23.12.)

Ich muss an dieser Stelle Amati aber auch Hachette ein Kompliment machen. Die Teile passen super und sind – zumindestens bei mir – von sehr guter Qualität. Ebenso ist die Anleitung von Hachette so gut gewesen, dass ich als Laie ohne größere Probleme bis hierhin gekommen bin.


Das „Große Schleifen“

016016_077.jpg
Bild 77

Bild 77 zeigt die von mir benutzten Materialen für diesen Arbeitsgang. Es sind:

- Schleipapier (80er und 120er)
- Schleifblock
- Schleifschwämme (grob, mittel und fein)
- Holzpaste (Fichte) der Firma Clou (Wasserlöslich !)
- Spachtel (zum Auftragen der Paste)
- Schleifbohrer

Im ersten Arbeitsgang wurden alle deutlichen „Treppen“ mit dem 80er Papier abgeschliffen. Der Schleifbohrer kam natürlich nur an wenigen Stellen zum Einsatz.
Im zweiten Schritt wurde dann mit dem 120er Papier nachgearbeitet. Die Gegenlichtprobe (der Rumpf wird in Richtung einer Lampe gehalten) zeigen sich nun die Schwachstellen wie Dellen und Beulen.

Ich habe entgegen ersten Überlegungen darauf verzichtet, den Rumpf mit einer Kontrollfarbe (mittleres Grau) zu bestreichen. Erstens weiß ich nicht, ob das später dann Probleme bereitet und zweitens war es auch nicht nötig.

Am Besten markiert man die Bereiche, wo man Schwachstellen erkennt mit einem Bleistift. Ich habe dann die „Beulen“ entfernt.

Nun ging es an das Spachteln mit der Holzpaste. Dazu werden die Stellen, die aufgefüllt werden sollen leicht(!!) angefeuchtet und mit der Paste bestrichen. Nach ein paar Stunden ist das Ganze dann soweit getrocknet, dass man wieder schleifen kann. (Man sieht danach allerdings aus, als sei man in einen Mehltopf gefallen)

Und immer wieder die Gegenlichtkontrolle machen. Sind alle Dellen sauber verschliffen wird der ganze Rumpf dünn mit der Paste bestrichen. Dabei wird soviel Paste mittels der Spachtel entfernt, dass sie sich  nur noch in den kleinen Spalten der Planken befindet.

Nach einigen Stunden ist wieder Schleifen angesagt. Erst mit den groben, dann mit den mittleren Schleifschwämmen. Ist alles bei der Gegenlichtkontrolle ok, kommt der finale Schliff mit dem feinen Schleifschwamm.

Diese Schwämme sind gerade für so „weiche“ Formen wie ein Rumpf bestens geeignet.

Nach einer ganzen Reihe von Spachtel- und Schleifarbeitsgängen ist der Rumpf nun schön glatt.

Man darf es allerdings auch nicht übertreiben. Es ist die Erstbeplankung, die sicherlich sehr exakt sein sollte, jedoch muss man auch darauf achten, dass man die Leisten nicht zu sehr ausdünnt!

Noch eine Anmerkung zu Bild 82. Hier meint man Spalten zu erkennen. Diese wurden jedoch schon beim Anbringen der Planken mit Sekundenkleber gefüllt und bevor dieser trocknen konnte wurde die Bereich beschliffen, so dass sich eine sehr harte Fugenmasse aus Schleifstaub und Sekundenkleber bildete und die Fuge ausfüllte. Somit kann natürlich in diesen Bereich keine Holzpaste gelangen.

016016_078.jpg
Bild78 (Das Heck)


016016_079.jpg
Bild 79 (Mittschiff Bodenplatte)


016016_080.jpg
Bild 80 (Bodenplatte)


016016_081.jpg
Bild 81 (Mittschiffs)


016016_082.jpg
Bild 82 (Bug)


Das Deck

Anscheinend wird es nun mit dem Unterbau des Decks weitere gehen. Zunächst wird eine Mittellinie auf das große Deckgerüst angebracht

016016_083.jpg
Bild 83

Der einzige Arbeitsschritt für diesen Bereich in dieser Ausgabe ist neben dem Ablängen von einigen Leisten das Anbringen einer ersten Leiste exakt in der Mitte des Gerüstes im bugwärtigen Bereich.

016016_084.jpg
Bild 84

Ich habe zunächst eine ungekürzte Leiste provisorisch auf dem Mittelbalken des Gerüstes fixiert (diese Leiste ist in Bild 84 gelblich gefärbt).

Sie beginnt exakt auf dem Trägerteil 19B (Blau).
Die nun anzubringende Leiste (Rot) wurde Stoß an Stoß auf dem Deck verklebt.

Bild 85 zeigt, dass ich auf der Unterseite der Leiste ebenfalls eine Mittellinie gezogen habe, um auch vorne mittig zu sein.

016016_085.jpg
Bild 85

So wie ich gelesen habe; wird die Zeitbeplankung erst mit Ausgabe 34 gestartet. Mir wäre es zwar lieber, wenn der Rumpf bald fertig wäre, aber sei es drum.
Bisher war die Sache relativ gut zu meistern.

Ich wünsche allen Besuchern ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest 2006


Nachtrag - Detailaufnahmen des Übergangs Holzrumpf - Wellenhose

Ich bin gebeten worden, einige Aufnahmen vom Heck des Rumpfes zu machen, bei denen man die Einpassung der Wellenhose erkennen kann.
Dieser Bitte möchte ich hiermit Folge leisten .

016016_086.jpg
Bild 86

Die Abstände betragen so etwa 0,6 bis 1 mm, je nach Leiste.
Ach ja, auf den Bildern 86 und 87 ist zu erkennen, dass der Kiel im beplankten Bereich dann höher ist, als das Formteil. Ob das seine Richtigkeit hat, kann ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht sagen.

016016_087.jpg
Bild 87

016016_088.jpg
Bild 88


Letzte Bearbeitung:27.12.2006 - 15:45:26