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Ein Baubericht über die Amati-Bismarck

Der Rumpf - Teil 2

Ausgabe 37

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Bild 271

Kühlwassereintritte und Schlingerkiel Backbord

Zunächst wurden steuer- wie backbords mittig zwei weitere Planken angebracht (Bild 272). Danach wurde dann der mit so viel Liebe erstellte Ständer zwei Amputationen unterzogen. Wie gewohnt bin ich hier mit äußerster Präzision vorgegangen und habe die Stellen der Amputation genauestens  ermittelt und dann mit ein paar gewagten Sägehüben die Teile entfernt.

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Bild 272

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Bild 273

Das nachträgliche gründliche Schleifen der Stümpfe war selbstverständlich (Bild 273).
Das erste Erfolgserlebnis des Tages ;)
Allerdings frage ich mich, warum die Dinger überhaupt da waren ... na ja ....

Aber nun wird es wieder etwas konstruktiver ...


Positionsermittlung der Linien

NACHTRAG & HINWEIS

In Ausgabe 38 berichte ich über eine alternative Methode, durch die die Sichtfläche des Bauteils 194 nicht beschädigt wird, indem ich die Kerben auf der Rückseite des Bauteils anbringe!

Es galt die Linien für die Schnitte auf dem Teil 194 anzubringen. Leider wurde in der Anleitung versäumt hier ein paar Maße zu nennen.

Daher habe ich versucht per Augenmaß die richtige Position der Linien zu ermitteln.
Bild 274 zeigt das Ergebnis meiner Einschätzungen:


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Bild 274


Einige Erläuterungen:

Der Bezugspunkt ist die linke obere Ecke der fünften Öffnung von rechts (In dem Foto als „Startpunkt“ bezeichnet). Denn nur hier ist die Linie genau an der Oberkante der Öffnung.

Zuvor habe ich an der rechten Kante des Teils 194 zwei Punkte im Abstand von jeweils 6mm angebracht. Auf dem Bild 274 rechts unten in der Vergrößerung zu erkennen. Die Abstände sind mit „a“ und „b“ gekennzeichnet. Der Abstand „a“ bleibt auch 6mm bis zum Ende des Abschnitts (kurz hinter der 2. Öffnung)

Nun wurden die Linien 1 und 2 gezogen. Linie 1 beginnt exakt an der linken oberen Ecke des Teils und wird mit einem Bleistift bis zum „Startpunkt“ gezogen. Danach wird Linie 2 vom „Startpunkt“ zum oberen rechten Bezugspunkt gezogen.

Die Vergrößerung unten links in Bild 274 zeigt, dass auf der linken Seite ebenfalls eine Linie mit einem durchgehenden Abstand von 6mm zur oberen Linie gezogen wird.

( Ohweh –
ich hoffe, dass das einigermaßen verständlich war )


Das Schneiden und Knicken

Jetzt muss man vorsichtig sein!

Zunächst werden Einkerbungen auf den Linien angebracht. Dazu habe ich ein Metalllineal und einen Cutter benutzt, dessen Klinge nicht mehr so ganz taufrisch ist (Bild 275). Dadurch werden die Schnitte etwas breiter. Sie dürfen auch nicht zu tief sein, sonst könnte das Teil beim Biegen brechen.

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Bild 275

Nun kam das Biegen.
Ich habe hierfür eine breitere Kombizange zu Hilfe genommen. Die jeweils schmalere Seite habe ich mit der Zange gehalten und den breiteren Teil dann
SEHR (!!!!) vorsichtig
nach unten gebogen, bis man so ein ganz leises „Knistern“ im Holz hört.

Das Ganze wiederholt man in kurzen Abständen. Man biegt nur in dem Bereich, wo auch die Zange ist. Diese Prozedur dauert natürlich eine ganze Weile.

Bild 276 zeigt diesen Vorgang. Man kann erkennen, dass das Teil in diesem Bereich schon deutlich gebogen ist.

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Bild 276

Bild 277 zeigt den bugwärtigen Bereich nach dem Biegen. Hier wird es etwas kniffelig, da durch die Verjüngung kaum Fläche zum Halten mit der Zange ist. Also da besonders vorsichtig sein.

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Bild 277


Montage und Schleifen

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Bild 278

Nachdem das Biegen nun ohne Bruch geklappt hat, wurde die Form an den Rumpf angepasst, gut mit Sekundenkleber – Geld bestrichen und verklebt.

Wie bei den Leisten habe ich das Teil mit einem Holz festgerieben (Bild 278).

Danach wurde dieser Bereich sehr gründlich geschliffen, damit es keinen Absatz zur übrigen Beplankung gibt.


Der Schlingerkiel

Als Nächstes stand das „Schnitzen“ des Schlingerkiels auf der Agenda. Bild 279 zeigt meine drei „Partner“ für diese Aktion, so dass ich besser vom Schleifen des Kiels sprechen sollte.

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Bild 279

Zuerst wurde mit dem Schleifbohrer
(mit Schleifbandaufsatz versehen ) grob vorgearbeitet.

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Bild 280

Bild 280 zeigt diese Phase nach dem Bearbeiten der ersten Seite des Kiels. Man soll das Teil ja wie ein Messer dreiecksförmig schleifen. So habe ich auf jeder Seite das Teil bis etwa zur Mitte der Materialstärke abgeschliffen. Es sollte aber unbedingt die dunkle Färbung durch den Laserschnitt noch erkennbar sein, damit man keine horizontale Wellen bekommt.
Bild 281 skizziert das Beschriebene einwenig.

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Bild 281

Im Anschluss an dieses Vorschleifen wurden beide Seiten VORSICHTIG mit einem Multischleifer (Bosch PSM 80A) bearbeitet und im darauffolgenden Arbeitschritt mit Schleifpapier und –schwamm soweit bearbeitet, dass eine glatte Oberfläche entstand (Bilder 282 und 283)

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Bild 282
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Bild 283

Ich gestehe, dass das Teil nicht absolut perfekt ist. Aber ich hatte den Ehrgeiz das selber hinzubekommen, auch wenn es nicht absolut perfekt ist :D
(Alternative Möglichkeiten sind ja einigen bekannt ;)


Die „Nichtmontage“ des Schlingerkiels

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Bild xxx

Ich persönlich habe den Schlingerkiel (wie auf Bild 284 gezeigt) nur mal provisorisch angebracht.

Ich halte eine Fixierung zum jetzigen Zeitpunkt für absolut falsch, da erstens die Steuerbordseite noch nicht gemacht wurde und bei der Montage der Teile sowie dem Schleifen der Backbordkiel bestimmt abbrechen würde.

Zum Anderen geht die Beplankung ja auch noch weiter. Und dabei könnten die Kiele auch noch abbrechen. Daher werde ich mit dem Fixieren solange wie möglich warten.

So, das war es dann mal wieder für diese Woche.
Bis zum nächsten Mal wünsche ich wie immer
frohes Kleben :D


Letzte Bearbeitung:26.05.2007 - 10:28:17