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Ein Baubericht über die Amati-Bismarck

Der Rumpf - Teil 2

Montage der Schlingerkiele und die G4 Behandlung

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Bild 319

Ups – das ging daneben ...

Unter „My Way“ / „Beplankung der Zitadelle 1“ habe ich beschrieben, wie ich die Zweitbeplankung der Zitadelle vorgenommen habe, da in Ausgabe 27 Baustufe 13 lapidar mitgeteilt wurde, dass der obere Abschnitt der Bordwände (bei Original die s.g. „Zitadelle“) nicht beplankt werden soll.

Und nun liegen mir bei der heutigen Ausgabe Teile für eben diesen Bereich vor.
Ich müsste jetzt den Heck- und Bug-Bereich der Zitadellenbeplankung wieder entfernen.

Das möchte ich allerdings nicht machen, da garantiert mehr kaputt gehen würde, als dass man verbessern würde.

Aber auf diese Art und Weise habe ich nun eine Schablone, mittels derer ich dann die Bullaugen selber anbringen kann.

Das wird aber erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.


Die Montage der Schlingerkiele

Aber es ist ja nun nicht so, als hätte ich nichts zu tun. Anstatt mit der Zitadellenbeplankung befasst sich die heutige Ausgabe mit der Montage der Schlingerkiele und der Durchführung der G4-Behandlung des Rumpfes.

Fangen wir nun mit den Schlingerkielen an. Zunächst habe ich die Kontur der Schlingerkiele in den noch nicht zweitbeplankten Bereichen übertragen (Bild 320).

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Bild 320

Danach wurden die jeweiligen entsprechenden Stellen mit der Zweitbeplankung versehen (Bilder 321 und 322).
Diese wurden aus Leistenresten erstellt.

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Bild 321
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Bild 322

Nun folgte meine „Lieblingsbeschäftigung“ - Schleifen ....

Aber das Schleifen muss unbedingt vor der Fixierung der Kiele erfolgen, damit sich die neuen Planken in den schon geschliffenen Rumpf einfügen.

Die Bereiche für die Kiele habe ich dann jeweils mit Stabilit bestrichen und die Kiele eingesetzt. Da sie nach oben gebogen sind, wurden sie an verschiedenen Stellen mit Nadeln fixiert.
Sofern man die Holzkiele von Amati benutzt, kann man die Nadeln durch die Kiele drücken (Bild 323).

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Bild 323

Das Ganze geschieht natürlich für jede Seite separat.
Ich habe es nicht versucht, beide Kiele gleichzeitig zu verkleben.
Das wäre garantiert schief gegangen. Man muss höllisch aufpassen, dass beide Kiele möglichst einen gleichen Winkel zum Rumpf haben.
Auch beim Ausrichten der Kiele (bezogen auf den Winkel) sind die Nadeln sehr hilfreich.

Bild 324 zeigt dann den Rumpf mit den angebrachten Schlingerkielen.

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Bild 324


Die Vorbereitungen und Durchführung der G4-Behandlung

Zur Vorbereitung der Behandlung habe ich das Schiff kopfüber mit Holzleisten auf der Helling verschraubt (Siehe auch Bild 325). Natürlich wurde das Schiff gründlichst von Schleifstaub befreit.

Man sollte Handschuhe und eine Schutzbrille besorgen.

Und nun war es soweit:
Der Rumpf wurde mit G4 – einem Polyurethanharz – bestrichen.
Dieses dient zum Einen zur Versiegelung gegen Feuchtigkeit (die auch ein Standmodell beeinträchtigen kann), zum Anderen um das Holz zu verfestigen.

Man benötigt das G4 sowie den entsprechenden(!!) Verdünner. Beides muss aufeinander abgestimmt sein. Ich habe jeweils ein 1Liter Gebinde gekauft (Kostenpunkt zusammen etwa 35,-), das reicht mindestens für 5 Schiffe.

Man geht in mehreren Schritten mit unterschiedlichen Mischungsverhältnissen vor.

Zuerst wurden zwei Aufträge mit einem Mischungsverhältnis 2:1 (Verdünner:G4) aufgetragen.

Danach erfolgten eine Schicht im Verhältnis 1:1 sowie eine finale Schicht pures G4.
Wichtig ist, dass man nass in nass arbeitet. Also nach jedem Auftrag so etwa 15 Minuten warten (die vorherige Schicht muss noch feucht sein) und dann die nächste Schicht aufbringen.

Hintergrund: Würde die vorherige Schicht durchtrocknen, könnte das Holz die nächste Schicht nicht mehr aufnehmen.

Die Geruchsbelästigung ist nur beim Auftragen des Harzes vorhanden. Es riecht aber nun auch nicht allzu schlimm. Ich habe nach dem Auftragen der letzten Schicht das Schiff für 8 Stunden in die Garage gestellt.

Nun steht sie wieder in der Werkstatt. Es ist noch ein ganz leichter – aber nicht unangenehmer – Geruch festzustellen.


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Bild 325


Auf Bild 325 ist zu erkennen, dass das Holz nun eine gelbliche (wie Honig) Färbung angenommen hat.
(Die dunklen Stellen sind der Holzspachtel, der sich intensiver gefärbt hat)

Außerdem ist schon jetzt (24 Stunden später) eine sehr deutliche Verfestigung des Holzes festzustellen.

Das war es dann auch schon für diese Woche.

Das Schiff muss nun eine Woche gut trocknen, so dass ich wohl nächstes Wochenende weitermachen kann.

Bis dahin wünsche ich wie immer

frohes Kleben :D


Letzte Bearbeitung:24.06.2007 - 08:36:34