bismarck.oehm.net
Ein Baubericht über die Amati-Bismarck

Die Wellenhose (Teil D)

Das Nachmachen der folgenden Vorschläge erfolgt auf eigenes Risiko.
Der Autor übernimmt keine Gewährleistung für Richtigkeit und Erfolg!

Das Problem

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Bild P 1

Bild P 1 zeigt das Problem – eigentlich sind es zwei Probleme – sehr deutlich. Zum einen ist das Teil D - die sogenannte Wellenhose - zu niedrig! Sie müsste einiges höher sein. Da die Zweitbeplankung noch nicht aufgebracht ist, müsste das Teil theoretisch etwa 1 mm über den Kiel hinausragen.

Es zeigte sich in den Foren, dass enorme Unterschiede bei diesen Teilen festzustellen sind.
Ich selber habe drei Formteile. Die Höhe meiner Formteile variiert von 31,4 mm bis zu 31,9 mm.

In den Foren tauchten dann aber auch Werte von 32,5 und mehr auf. Einige Wenige hatten das Glück um die 33,8 mm zu haben und damit das eigentlich richtige Maß.

Denn der Rumpf ist absolut gerade, vom Bug bis zum Versatz (die Schräge zur Welle hin) der Wellenhose.

Das zweite Problem ist hausgemacht.
Man sieht die Kielleiste zum Formteil hin abfallen.
Es hatte sich vor dem Bereich der Wellenhose ein „Knubbel“ gebildet. Wahrscheinlich resultierend aus den Verplankungsarbeiten.

Dieser „Knubbel“ verschärfte natürlich das Problem mit der Wellenhose noch zusätzlich.


Entfernen des „Knubbels“

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Bild P 2

Der „Knubbel“ war sehr schnell mit einem Schleifbohrer, Feile und Schleifschwamm entfernt.

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Bild P 3

Ich war schon fast zu fleißig gewesen, wie Bild P 2 zeigt. Aber das sollte kein Problem darstellen – hoffe ich.


Operation Wellenhose

Es kursieren diverse Vorschläge für Korrekturen in den Foren. Es gibt Viele, die meinen, dass man erstmal warten sollte, was der Hersteller dazu meint.
Das ist sicher eine Option. Allerdings ob seitens des Herstellers dann Ersatz kommt kann ich mir nicht so richtig vorstellen.

Ein anderer Vorschlag war eine Platte mit der entsprechenden Stärke zwischen dem Formteil und den Teilen 58 zu kleben. Das hätte aber wohl maßliche Unstimmigkeiten zur Folge.

Ein weiterer Vorschlag war dann radikal. Das Durchtrennen des Formteil auf einer Höhe von etwa 10 mm von der breiten Seite gesehen (also die, die dann mit den Platten 58 verklebt werden soll). Und danach entsprechend Material dazwischenkleben. Quasi ein Sandwich.

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Bild P 4

Da ich ja drei Formteile habe, habe ich mich kurzentschlossen daran gemacht, eben diese Lösung zu versuchen. Ich habe die Wellenhose in einen Schraubstock gespannt und mit einer Pucksäge losgelegt.
Das Material entwickelt einen eigenartigen Duft beim bearbeiten – aber das überlebt man schon ;)

Nach ein paar Minuten hatte ich dann zwei Teile in der Hand. Die Sägebereiche habe ich dann bei beiden Teilen gründlich angeschliffen.
Und zwar indem ich Schleifpaper auf die Werkbank gelegt habe und rotierend die zu schleifenden Seiten darüber gerieben habe. Rotierend ist daher wichtig, weil man bei Vor-Zurück-Schleifen schnell bauchig schleifen kann.

Ich habe das Ganze dann mal provisorisch mit ein paar Reststücken „gefüttert“ und eingesetzt. (Bild P 4)

Nachdem ich nun gesehen hatte, dass die Sache in die richtige Richtung geht, habe ich aus 3 x 10 mm Leisten das „Füllbrett“ erstellt. Ich hatte zuvor schon Positionsmerkmale angebracht, an denen ich mich beim Zusammensetzten orientieren konnte.

Zusammengeklebt habe ich das Ganze dann mit „Pattex Stabilit“. Mit diesem 2 Komponentenkleber hat man so ca. 10 Minuten Zeit die Teile auszurichten. Abschließend habe ich die Teilen dann in einen Schraubstock gespannt und sehr gut durchhärten lassen.

Auf Bild P 5 ist dann das Endergebnis (allerdings noch unverspachtelt) zu sehen.
Testweise habe ich eine 1,5 mm Leiste oben auf den Kiel gelegt. Sie ragt etwas darüber, was aber auch richtig ist, da die Zweitbeplankung 1 mm stark sein soll.

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Bild P 5

Zum Spachteln habe ich die Holzpaste von Clou genommen. Das funktioniert sehr gut. Zumal das momentane Spachteln und Schleifen erst die Vorarbeiten sind. Die endgültige Anpassung erfolgt erst beim offiziellen Einsetzen des Teils D bei vorhandener Zweitbeplankung. Erst dann sind alle Konturen und Rahmenbedingungen bekannt. Nachfolgend der „Status Quo“. Er ist noch nicht absolut perfekt, zeigt aber in die richtige Richtung.

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Bild P 6

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Bild P 7

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Bild P 8


Resümee

Diese Maßnahmen erfordern Mut. Ich habe drei Formteile und daher bin ich das Risiko eingegangen. Wer nur ein Formteil erworben hat, sollte besser warten, welche alternativen Vorschläge noch kommen werden bzw. Vorschläge Amati machen wird.

Auf der anderen Seite muss ich aber auch sagen, dass die von mir gezeigten Maßnahmen kein allzu großes handwerkliches Geschick erfordern.
Das Sägen ist etwas kritisch, aber auch nur in Bezug auf eine einigermaßen gerade Führung der Säge

Zur Information: ich hatte bei etwa 10mm von der Breiten seite angefangen und am ende waren es 11,5mm – also auch nicht gerade.

Das Schleifen ist nachher sehr wichtig und dass man sich genügend Orientierungspunkt VOR dem Begin der Arbeiten macht. Dann ist das auch zu schaffen.

Ich wiederhole es immer wieder:
Das ist mein erstes Holzschiff nach und ich habe auch nur „normales“ Werkzeug.


Letzte Bearbeitung:07.01.2007 - 08:22:52